La Traviata
La Traviata

La Traviata

Giuseppe Verdis Oper „La Traviata“ war damals bei seiner Uraufführung 1853 ein Reinfall und wurde erst nach einer Überarbeitung ein großer Erfolg. Diesen wird auch die Inzenierung des Stadttheater Gießen haben. Schließlich wurden die Sängerinnen und Sänger bei der Premiere der Oper am 10. September im großen Haus überwältigend gefeiert.

La Traviate erzählt die Geschichte von Violetta die als Kurtisane in Paris ein ausscheifendes Leben führt. Auf einer der Feiern trifft sie auf Alfredo der sich in sie verliebt und es sogar schafft das sie ihrem alten Leben absagt.
Um ihr neues Leben auf dem Lande zu bezahlen will Violetta ihre Besitztümer verkaufen. Als Alfredo davon erfährt macht dieser sich auf in die Stadt um dies zu verhindern und anderweitig Geld zu bekommen. Unterdessen erhält Violetta Besuch von Alfredos Vater der sie schließlich dazu bringt ihre Laison mit Alfredo zu beenden. Auf einem Fest trifft Alfredo auf Violetta und verhöhnt sie dort vor den Gästen. Ihr Begleiter Baron Douphol ist davon nicht begeistert und fordert Alfredo zum Duell.
Einige Zeit später verschlechtert sich die Tuberkolose Erkrankung von Violetta und sie hat nur noch wenige Stunden zu leben. Kurz vor ihrem Tod erscheint Alfredo, der von ihrem Opfer erfahren hat und so vergisst sie für einen letzten Augenblick ihre Krankheit, bevor sie tot in seine Arme sinkt.

Während die Handlung im Paris des 19. Jahrhunderts spielt, ist die Inzenierung von Wolfram Starczewski modern gehalten. Lukas Nolls Bühnenbild ist dabei zweigeteilt. Der vordere Teil besteht aus einem weißen, sterilen Rahmen, in dem ein Waschbecken die einzige Requisiste ist. Der hinterere Teil wird vor allem für die großen Festszenen genutzt und arbeitet mit großen Spiegeln an der Decke. Auch die Kostümauswahl von Noll gibt der Oper einen modernen Anstrich. Die Inzenierung lässt einige Details der Originalfassung weg, die sich aber aus dem Kontext von selbst erschließen.

Da Violetta fast die gesamte Zeit auf der Bühne präsent ist, lastet auf der Sängerin die sie verkörpert ein besonderes Gewicht. Dorothea Maria Marx schultert dieses Gewicht mit Bravur und bekam dafür auch den angemessenen Applaus. Ihre Präsens auf der Bühne und die gesangliche Leistung ist schon alleine ein Grund sich die Inzenierung anzuschauen. Doch auch die anderen Sängerinnen und Sänger überzeugen auf ganzer Linie, wie Giuseppe Talamo als Afredo bei ‚Libiamo ne’ lieti calici zeigt.

La Traviata lohnt sich auch für Menschen die sich mal an Oper heran trauen möchten. Den Verdis Musik zeichnet sich durch eine Eleganz und Schönheit aus. Das die Oper in italienisch mit deutschen Übertiteln ist, braucht niemanden abzuschrecken schließlich ist Liebe universell und nicht an Sprache gebunden.
Um Karten sollte man sich allerdings rechtzeitig kümmern, da sich die Qualität der Inzenierung schnell rumsprechen wird.

Infos zum Stück und Spielzeiten

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Dieser Beitrag lief am 19. September in der Frühschicht auf Radio Unerhört Marburg.
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