Mehr Vorfreude, ist mehr Vorfreude
Mehr Vorfreude, ist mehr Vorfreude

Mehr Vorfreude, ist mehr Vorfreude

Am 01. September endeten die Theaterferien in Gießen und Marburg. Wie sieht es also aus mit dem Start in die neue Spielzeit?

Hessisches Landestheater Marburg zurück aus der Sommerpause

(pm) Das Hessische Landestheater Marburg ist aus der Sommerpause zurück und die Intendantinnen Eva Lange und Carola Unser-Leichtweiß begrüßen das Team zur neuen Spielzeit. Es ist die fünfte Spielzeit der Doppelspitze. Unter dem Motto „Konstruktion Hoffen“bringt das Theater 2022/2023 15 Premieren auf die Bühne.

Neu im Ensemble sind Ulrike Walther und Georg Santner, der im vergangenen Jahr bereits im Schauspielstudio des Theaters war. Außerdem kooperiert das HLTM ab der kommenden Spielzeit nicht nur mit der Kunstuniversität Graz, sondern auch mit der Hochschule für Musik und Theater in Frankfurt/Main und bildet junge Schauspielabsolvent*innen in ihrem dritten oder vierten Ausbildungsjahr aus. So setzt sich das diesjährige Schauspielstudio aus den Studierenden Adele Emil Behrenbeck, Silvia Schwinger und Anke Hoffmann zusammen. Zudem bildet das HLTM erstmals zwei Veranstaltungstechniker*innen aus: Lisa Oberbeck und Charlie Hess. Außerdem neu dabei hinter den Kulissen: Die Dramaturgin Ia Tanskanen, Theaterpädagogin Mia Scarcello, FSJler*innen Finn Nungesser und Anna Orth. Herzlich willkommen geheißen wurden auch Clara Mischur und Pauline Donschen im Künstlerischen Betriebsbüro, die allerdings schon seit Februar erfolgreich mitarbeiten.

Über die vergangenen Monate resümierte die Theaterleitung, dass die vielen Monate mit eingeschränkten Zuschauer*innenkapazitäten sowohl finanziell als auch bezogen auf die Publikumszahlen natürlich Spuren hinterlassen hätten. „Wir hoffen fest, dass die Zuschauer*innen den Mut finden, Theater auch in Innenräumen wieder häufiger zu frequentieren. Wir wünschen uns hoffnungsvolle Zuschauer*innen, die das HLTM als Ort der Demokratie und als Raum der Begegnung für sich wieder oder neu entdecken.“, so die Intendantinnen. Auch durch das neue HLTM-Kulturticket, das es Marburger Studierenden ermöglicht, mit ihrem Semesterticket so oft ins Theater zu kommen können, wie sie wollen (Ausnahmen Premieren und Sonderveranstaltungen) und die Platzkapazitäten es zulassen, freut sich das Theater auf neues Publikum.

Zur Spielzeit 2022/2023 können außerdem die Theatersäle wieder vollständig besetzt werden. Auch entfalle die Nachweis- bzw. Testpflicht sowie großteils die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske. Die Pandemie sei aber noch nicht vorbei, die Infektionszahlen leider nach wie vor hoch. „Damit sich alle unsere Zuschauer*innen und auch alle Mitarbeiter*innen während ihres Aufenthaltes bei uns im HLTM möglichst wohl und sicher fühlen“, bittet das Theater auch weiterhin um Rücksichtnahme und empfiehlt das Tragen einer medizinischen Maske. In den kleinen Spielstätten (Mini Tasch und Kleines Tasch) bleibt die Maskenpflicht erhalten. 

Eröffnet wird die Spielzeit am 16.09.2022 mit der Inszenierung Songs of Peace and Hope in der Regie von Intendantin Carola Unser-Leichtweiß um 19.30 Uhr im Erwin-Piscator-Haus. Tags drauf zeigt das Hessische Landestheater Marburg Wonderwomb, den Preisträger*innentext 2022 des „Kleist-Förderpreises für junge Dramatikerinnen und Dramatiker“ von Amir Gudarzi in der Regie von Intendantin Eva Lange. Den Abschluss des Eröffnungswochenendes bildet die Produktion für alle Menschen ab 3 Jahren: Hopp!.

Spielzeitbeginn am Stadttheater Gießen: „Das Theater ist ein Lebensmittel, das wir dringend brauchen!“

(pm) Es geht los! Aufbruchsstimmung in den Gängen, Probebühnen, Werkstätten und Büros des Stadttheaters Gießen: Am 1. September begann offiziell die Spielzeit 2022-2023, die erste unter der Leitung von Simone Sterr.

Die neue Intendantin begrüßte die Mitarbeiter:innen im Großen Haus, darunter viele neue Gesichter, die vor und hinter den Kulissen für einen kompletten Neubeginn sorgen werden. Ein neuer Blick auf Zuschauerraum und Bühne eröffnete sich dabei für die rund 250 Angestellten, denn für die Eröffnungsproduktion „Posthuman Journey“ (Uraufführung am 30. September) wird die Grenze zwischen Bühne und Publikum auch räumlich aufgehoben. Die Inszenierung von Thomas Krupa wird das Theater in einen multimedialen Erlebnisraum verwandeln, in dem alle Sparten gemeinsam ein dystopisches Roadmovie erzählen und die Bedingungen für eine freie Gesellschaft verhandeln.

„Posthuman Journey“ ist der Auftakt eines konsequent zeitgenössischen Spielplans, in dem sich die einzelnen Sparten immer wieder verbinden werden. Vieles wird sich am Theater ändern: in der Programmatik, der Ästhetik, der Kommunikation. Das neue Team ist gespannt, wie das vom bisherigen Stammpublikum aufgenommen wird und hat auch ganz neue Publikumsschichten im Blick.

„Es ist ein Drahtseilakt, den wir vorhaben“, erklärte Simone Sterr vor der versammelten Belegschaft, „wir trauen uns mutig zu sein und natürlich hoffen wir, dass wir nicht abstürzen, sondern dass uns in luftiger Höhe vieles gelingt.“ Man könne ins Zweifeln kommen, reflektierte sie die Aufgabe von Theater in Zeiten sich überlagernder globaler Krisen. „Aber ich glaube, Theater kann ein Frühwarnsystem sein, für Prozesse, die unsere Demokratie porös machen, es kann erinnern, wachmachen, Fragen stellen. Und es kann Geschichten erzählen. Eine gute Geschichte ist immer auch eine gute Antwort. Und wir haben gute Geschichten in allen Sparten, mit denen wir auf unser Publikum zugehen können. Das Bedürfnis danach ist steinalt und unkaputtbar. Gerade auch in schwierigen Zeiten sind Kunst und Theater ein Lebensmittel, das wir dringend brauchen.“

Ein erster Aufschlag und Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen wird das Theaterfest am Samstag, dem 10. September ab 14 Uhr: Vom Keller bis zum Dachgiebel, vom Theaterpark bis zum Berliner Platz steppt der Bär und tobt die Hütte, singt der Chor, spielt das Orchester, proben Kinder den Aufstand, führen die Akteur:innen der Spielzeit tagsüber durchs Haus und abends durch den Spielplan. Und alle dürfen mittanzen, mitreden, mitdenken, mitmischen, mitsingen, mitdirigieren.

„Das Theaterfest ist die erste Chance für uns zu zeigen, was wir sind und was wir wollen, was wir gemeinsam können – eine große und fröhliche Einladung an alle Menschen dieser Stadt“, so Sterr.

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