Sonny Boys
Sonny Boys

Sonny Boys

Ein wenig wirkt die Vorgeschichte von Sonny Boys, wie die Eröffnung des Flughafens Berlin/Brandenburg. Immer wieder angekündigt und dann doch wieder verschoben. Schließlich sollte das Stück schon in der Spielzeit 2015/16 gezeigt werden und wurde dann kurzfristig durch Rose und Walsh, ebenfalls ein Stück von Neil Simon, ersetzt.
Doch Sonny Boys hat den Flughafen geschlagen und feierte am 29. September auf der taT-Studiobühne, des Stadttheaters Gießen, Premiere.

Im Mittelpunkt des Stückes steht das Comedy-Duo Sonny Boys, die vor über 45 Jahren mit ihrem Doktorsketch berühmt wurden.
Doch hinter den Kulissen verstanden sich Willi Clark (Harald Schneider) und Al Lewis (Harald Pfeiffer) nicht besonders und trennte sich das Duo vor über zehn Jahren und hat seit dem kein Wort miteinander gewechselt.
Bei einem der regelmäßigen Besuchen von seinem Neffen und Agenten Benjamin Silbermann (Pascal Thomas) erfährt er einer Fernsehproduktion über die Geschichte von Comedy & Spaßmacher. In diesem Rahmen sollen die Sonny Boys noch einmal ihren legendären Doktorsketch aufführen.

Nach einigem Gezeter erklärt sich Clark bereit mit Lewis über das Projekt zu sprechen und gemeinsam zu proben. Obwohl es in dieser Probe fast wieder zum Eklat kommt, schaffen es die beiden doch gemeinsam ins Studio zur Aufzeichnung. In dieser läuft das Fass über und Lewis verlässt wütend den Raum, während Clark zurück bleibt und einen Herzinfarkt erleidet.
Einige Wochen später klappt es das Clark den Besuch von Lewis empfängt und erwartet von diesem eine Entschuldigung. Nach einer Aussprache versöhnen sich die beiden und blicken auf die kommende, gemeinsame Zeit in einem Altenheim für Schauspieler:innen in München.

Fast alle Szenen des Stückes spielen in Clarks Wohnung, die durch Thomas Dölls Bühne, nicht den gesamten Platz nutzt und auch nur im Grundriss angedeutet ist. Die Wände der Wohnung bilden eine Vielzahl von Bilderrahmen, die in den gemeinsamen Szenen von Clark & Lewis angestrahlt werden und Bilder aus ihrer Karriere sichtbar werden lassen.

Bei Komödien ist häufig Timing ein entscheidener Faktor, den Wortgefechte & Pointen sollen spontan wirken, obwohl sie meist einstudiert sind. In den Sonny Boys gelingt dies über weite Stecken und nur an einer Stelle gab es einen Hänger, aber der wird in den weiteren Aufführungen sicherlich nicht mehr vorkommen.

Die knapp zwei Stunden voller Wortgefechte und dem ein oder anderem Altherrenwitz werden durch eine Pause geteilt, die nicht notwendig erscheint, aber den Gesichtsmuskeln eine willkommene Entspannung bietet.

 

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Dieser Beitrag lief am 10. Oktober in der Frühschicht auf Radio Unerhört Marburg.

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